Vertrieb outsourcen mit Vor- und Nachteilen im Detail
B2B-Vertrieb

Vertrieb outsourcen mit Vor- und Nachteilen im Detail

Soll ich meinen Vertrieb outsourcen oder intern aufbauen? Diese Frage beschäftigt viele Geschäftsführer und Vertriebsleiter, besonders in Zeiten steigender Personalkosten und eines spürbaren Fachkräftemangels. Viele B2B-Unternehmen tun sich schwer, qualifizierte Vertriebsmitarbeiter zu finden, und jede offene Stelle, die monatelang unbesetzt bleibt, kostet Umsatz, der sich später kaum noch aufholen lässt.

Die Entscheidung, den Vertrieb outsourcen zu lassen, bringt erhebliche Vorteile, verlangt aber auch eine kluge Gestaltung der Zusammenarbeit. In diesem Artikel beleuchten wir beide Seiten der Medaille und geben Ihnen eine fundierte Entscheidungsgrundlage.

Die wichtigsten Vorteile beim Vertrieb outsourcen

Sofortige Verfügbarkeit von Experten-Know-how

Wenn Sie Ihren Vertrieb outsourcen, erhalten Sie sofortigen Zugang zu erfahrenen Vertriebsprofis. Externe Vertriebspartner verfügen oft über jahrelange Branchenerfahrung und bewährte Verkaufsmethoden. Sie müssen nicht monatelang nach geeigneten Kandidaten suchen oder neue Mitarbeiter einarbeiten.

Stellen Sie sich ein Softwareunternehmen vor, das einen erfahrenen Sales Development Representative (SDR) einstellen möchte. Bis die passende Person gefunden, eingestellt und so weit eingearbeitet ist, dass sie selbstständig und mit sicherer Stimme telefoniert, vergehen schnell viele Monate, in denen die Pipeline leer bleibt. Mit einem externen Partner beginnt die Akquise dagegen innerhalb weniger Wochen.

Erhebliche Kostenersparnis

Die Kostenstruktur ist oft der entscheidende Faktor. Beim internen Vertrieb fallen nicht nur Gehälter an, sondern auch Sozialversicherungsbeiträge, Büroausstattung und Miete, Software-Lizenzen für CRM und Sales-Tools, Fortbildungen sowie die Kosten für Urlaubsvertretung und Krankheitsausfälle.

Unterm Strich liegen die Gesamtkosten eines internen Vertriebsmitarbeiters deutlich über dem reinen Gehalt. Ein externer Partner lässt sich dagegen flexibel an Ihren Bedarf anpassen, wodurch Ihr Risiko sinkt.

Schnellere Marktdurchdringung

Externe Vertriebsteams sind darauf spezialisiert, schnell Ergebnisse zu erzielen. Sie kennen die wirksamen Lead-Generierung Methoden und können Ihre Vertriebsaktivitäten sofort hochskalieren.

Gerade wenn ein Unternehmen schnell in einem neuen Markt Fuß fassen will, spielt dieser Vorsprung seine ganze Stärke aus, denn ein eingespieltes externes Team telefoniert bereits, während intern noch Stellenanzeigen geschrieben werden.

Reduziertes unternehmerisches Risiko

Beim internen Aufbau tragen Sie das volle Risiko. Was passiert, wenn der neue Vertriebsmitarbeiter nach sechs Monaten kündigt? Oder wenn sich der Markt verändert und Sie das Team verkleinern müssen?

Externe Partner arbeiten flexibel und können schnell auf Marktveränderungen reagieren. Sie zahlen für tatsächlich erbrachte Leistungen und können die Zusammenarbeit bei Bedarf anpassen.

Potenzielle Nachteile des Vertrieb-Outsourcings

Weniger direkte Kontrolle über den Vertriebsprozess

Wenn Sie den Vertrieb outsourcen, geben Sie einen Teil der direkten Kontrolle ab. Der externe Partner arbeitet nach seinen bewährten Prozessen, die nicht in jedem Detail zu Ihrer Unternehmenskultur passen müssen. Ein transparentes Reporting und regelmäßige Abstimmungen gleichen das gut aus.

Bei komplexen B2B-Produkten, die tiefes technisches Verständnis erfordern, braucht ein externer Partner eine gründliche Einarbeitung in Ihre Produkte und Zielgruppe. Diese Zeit sollten Sie einplanen und aktiv begleiten.

Möglicher Wissenstransfer an Dritte

Vertrauliche Unternehmensinformationen, Kundendaten und Vertriebsstrategien werden mit dem externen Partner geteilt. Ein sauberer Vertrag mit entsprechenden Geheimhaltungsklauseln ist deshalb Pflicht.

Außerdem entsteht Kundenwissen zunächst beim externen Partner. Sollten Sie die Zusammenarbeit beenden, müssen Sie dieses Wissen intern wieder aufbauen, wenn es nicht laufend an Sie übergeben wurde.

Abhängigkeit vom externen Partner

Je erfolgreicher die Zusammenarbeit, desto stärker verlassen Sie sich auf Ihren externen Vertriebspartner. Problematisch kann das werden, wenn der Partner seine Preise erhöht, die Qualität nachlässt, er andere Prioritäten setzt oder die Zusammenarbeit unerwartet endet. Klare Verträge und ein Partner, der auf langfristige Zusammenarbeit setzt, verringern dieses Risiko erheblich.

Langfristig höhere Kosten möglich

Auch wenn Outsourcing kurzfristig günstiger ist, können sich die Kosten über die Jahre summieren, besonders bei umsatzabhängigen Provisionsmodellen. Bei einem internen Team sinken die relativen Kosten dagegen mit steigendem Umsatz.

Wann sollten Sie den Vertrieb outsourcen?

Ideale Situationen für Vertrieb-Outsourcing

Die Entscheidung, den Vertrieb outsourcen zu lassen, ist in drei Situationen besonders sinnvoll.

Start-ups und junge Unternehmen haben begrenzte Ressourcen für den Personalaufbau, oft noch keine gefestigte Vertriebsstrategie und müssen ihren Markt schnell validieren.

Unternehmen, die in neue Branchen oder Regionen expandieren, profitieren von einer Testphase vor größeren Investitionen und von externer Marktkenntnis. Bei LeadGenies telefonieren wir dafür auch auf Englisch, Französisch und Spanisch.

Bei projektorientierten Vertriebsaktivitäten wie einem Produktlaunch, saisonalen Geschäften oder eventbasierten Kampagnen lohnt sich externe Unterstützung ebenfalls, weil der Aufwand zeitlich begrenzt ist.

Branchenspezifische Überlegungen

In der IT- und Software-Branche ist Outsourcing besonders verbreitet. Dort ändern sich Technologien schnell, und externe Spezialisten sind oft auf dem neuesten Stand. Im Maschinenbau zählen dagegen langjährige Kundenbeziehungen und tiefes technisches Verständnis, weshalb sich dort ein hybrides Modell mit externer Neukundenansprache und internem Fachvertrieb besonders anbietet.

Hybride Ansätze verbinden das Beste aus beiden Welten

Kombinierte Vertriebsstrategien

Viele erfolgreiche Unternehmen wählen einen hybriden Ansatz. Sie behalten strategische Großkunden und komplexe Deals intern und lagern die Neukundenakquise und Leadgenerierung aus.

In einem typischen Modell übernimmt der externe Partner Kaltakquise, Leadqualifizierung und Terminvereinbarung, während Verkaufsgespräche, Verhandlungen und Kundenbetreuung im eigenen Haus bleiben. So nutzen Sie die Effizienz externer Spezialisten für standardisierte Prozesse und behalten die strategische Kontrolle.

Stufenweiser Übergang

Statt sofort den kompletten Vertrieb auszulagern, können Sie schrittweise vorgehen.

  1. In Phase 1 lagern Sie die Kaltakquise und Leadgenerierung aus.
  2. In Phase 2 kommt die Leadqualifizierung hinzu.
  3. In Phase 3 übergeben Sie komplette Verkaufsprozesse für definierte Produktgruppen.

Dieser Ansatz senkt Risiken und gibt Ihnen Zeit, Erfahrungen mit dem Partner zu sammeln.

Die richtige Entscheidung mit einer Checkliste treffen

Interne Analyse durchführen

Bevor Sie den Vertrieb outsourcen, sollten Sie eine ehrliche Bestandsaufnahme machen. Bewerten Sie zuerst Ihre aktuelle Situation.

  • Wie erfolgreich ist Ihr interner Vertrieb?
  • Welche Ressourcen stehen zur Verfügung?
  • Wie dringend benötigen Sie Ergebnisse?
  • Welche strategische Bedeutung hat der Vertrieb?

Definieren Sie danach Ihre Ziele.

  • Soll der Umsatz gesteigert werden?
  • Geht es um Kostenreduzierung?
  • Wollen Sie neue Märkte erschließen?
  • Benötigen Sie spezielles Know-how?

Kosten-Nutzen-Rechnung erstellen

Erstellen Sie eine detaillierte Kostenkalkulation für beide Szenarien und berücksichtigen Sie dabei alle Faktoren.

Auf der internen Seite stehen pro Jahr die Gehälter samt Sozialabgaben, die Kosten der Einarbeitung, Tools und Software, Büroflächen sowie Fortbildungen. Auf der externen Seite rechnen Sie mit den laufenden Kosten des Partners und gegebenenfalls einmaligen Kosten für den Start. Erst der ehrliche Vergleich beider Seiten, einschließlich der langen Monate, in denen eine unbesetzte Stelle gar keinen Umsatz bringt, zeigt Ihnen, welche Lösung sich für Ihr Unternehmen tatsächlich rechnet.

Worauf Sie bei der Partner-Auswahl achten sollten

Falls Sie sich für Outsourcing entscheiden, ist die Partnerwahl entscheidend. Achten Sie auf drei Bereiche.

  • Bei der fachlichen Kompetenz zählen Branchenerfahrung, Referenzen und Case Studies, Qualifikationen sowie Teamgröße und Struktur.
  • Bei Prozessen und Methoden sollten Sie auf transparentes Reporting, bewährte Vertriebsprozesse, eine passende CRM-Integration und klare Qualitätsstandards achten.
  • Beim kulturellen Fit geht es um ähnliche Werte und Arbeitsweisen, einen passenden Kommunikationsstil, Flexibilität und den Willen zu einer langfristigen Partnerschaft.

Erfahren Sie mehr in unserem detaillierten Guide zum SDR Team aufbauen oder outsourcen.

Erfolgsfaktoren für erfolgreiches Vertrieb-Outsourcing

Klare Vereinbarungen treffen

Der Erfolg steht und fällt mit eindeutigen Vereinbarungen. Legen Sie Ziele und KPIs wie die Zahl der Leads, Conversion-Raten und Umsatzziele fest, und definieren Sie Qualitätskriterien für Leads und Kundenprofil. Vereinbaren Sie außerdem Frequenz und Format des Reportings und regeln Sie die Kommunikation mit festen Meetings, Ansprechpartnern und Eskalationswegen.

Kontinuierliche Zusammenarbeit etablieren

Treffen Sie sich regelmäßig mit Ihrem externen Partner. Wöchentliche Reviews der wichtigsten KPIs und monatliche Strategiegespräche haben sich bewährt. So können Sie rechtzeitig gegensteuern, falls die Ergebnisse nicht den Erwartungen entsprechen.

Eine offene Feedback-Kultur ist dabei unverzichtbar. Der externe Partner sollte ehrlich über Herausforderungen berichten, und Sie sollten konstruktives Feedback zur Qualität der Leads geben.

Wissenstransfer sicherstellen

Sorgen Sie dafür, dass wichtiges Kundenwissen nicht ausschließlich beim externen Partner verbleibt. Regelmäßige Übergaben interessanter Leads und detaillierte Gesprächsnotizen helfen dabei, internes Wissen aufzubauen.

Fazit zum Vertrieb-Outsourcing als strategischer Entscheidung

Ob sich das Vertrieb outsourcen für Sie lohnt, hängt von Ihrer Situation ab. Für Start-ups, Unternehmen in neuen Märkten und projektorientierte Vertriebsaktivitäten überwiegen oft die Vorteile. Etablierte Unternehmen mit komplexen Produkten sollten genau abwägen, welche Kundenkontakte sie extern und welche sie intern führen wollen.

Hybride Modelle überzeugen in vielen Fällen. Nutzen Sie die Effizienz externer Spezialisten für standardisierte Prozesse wie die Kaltakquise und behalten Sie strategische Verkaufsaktivitäten intern.

Denken Sie daran, dass Vertrieb-Outsourcing keine endgültige Entscheidung ist. Sie können die Zusammenarbeit je nach Unternehmensentwicklung flexibel anpassen, vorausgesetzt, Sie wählen den richtigen Partner und gestalten die Zusammenarbeit professionell.

Letztendlich geht es darum, Ihre Vertriebsziele zu erreichen, ob mit internem Team, externen Partnern oder einer klugen Kombination aus beidem. Die Digitalisierung macht hybride Ansätze heute einfacher umsetzbar, wie unser Guide zur B2B Vertrieb Digitalisierung zeigt.

Bereit für den nächsten Schritt?

Sie sind sich noch unsicher, ob Vertrieb-Outsourcing für Ihr Unternehmen die richtige Lösung ist? Als erfahrene B2B-Telemarketing-Agentur übernehmen wir mit festen, erfahrenen Callern genau den Teil, der sich besonders gut auslagern lässt, nämlich die Kaltakquise und die Vereinbarung von Terminen mit Entscheidern.

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Beratungstermin mit unseren Experten. Wir analysieren gemeinsam Ihre aktuelle Vertriebssituation und entwickeln eine maßgeschneiderte Strategie, ganz gleich, ob die Lösung am Ende intern, extern oder hybrid aussieht.

Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Erstberatung und erfahren Sie, wie Sie Ihren Vertrieb optimal aufstellen.

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Louis Mickley
Geschäftsführer von LeadGenies. Er schreibt hier aus der Praxis von mehr als 150.000 ausgewerteten Anrufen in der B2B-Akquise.
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