Beste Zeit für Kaltakquise: 95.782 B2B-Anrufe ausgewertet
Kaltakquise

Beste Zeit für Kaltakquise: 95.782 B2B-Anrufe ausgewertet

Wann lohnt sich der Griff zum Hörer wirklich? Statt auf Bauchgefühl oder allgemeine „Best Practices” zu setzen, haben wir unsere eigenen Anrufdaten ausgewertet: 95.782 ausgehende B2B-Kaltakquise-Anrufe aus elf Monaten (Juni 2025 bis Mai 2026). Das Ergebnis ist eindeutig — und relevant für jeden, der im B2B telefonisch akquiriert.

Die Kurzfassung: Dienstag- und Mittwochvormittag zwischen 9 und 11 Uhr ist die mit Abstand beste Zeit, um Entscheider zu erreichen. Freitagmittag ist die schlechteste.

Wie wir gemessen haben

Damit die Zahlen einzuordnen sind, hier unsere Methodik — transparent und nachvollziehbar:

  • Datenbasis: 95.782 ausgehende Anrufe unserer Caller, 26.06.2025 bis 29.05.2026.
  • „Gespräch” (Connect): Wir zählen einen Anruf als echtes Gespräch, wenn er mindestens 30 Sekunden dauert. Kürzere Anrufe sind in aller Regel Klingeln ohne Abnahme, Mailbox oder ein sofortiges Auflegen — kein Gespräch mit einer Person.
  • Zeitzone: Alle Uhrzeiten in deutscher Zeit (MEZ/MESZ).
  • Anonym & aggregiert: Ausgewertet wurden ausschließlich aggregierte Kennzahlen (Zeitpunkt, Dauer). Keine personenbezogenen Daten.

Über alle Anrufe hinweg lag unsere Connect-Rate bei 32,6 % — rund jeder dritte Anruf führte zu einem echten Gespräch. Ein durchschnittliches Gespräch dauerte 87 Sekunden.

Finding 1: Dienstag und Mittwoch schlagen den Freitag deutlich

WochentagAnrufeConnect-Rate
Montag17.57534,0 %
Dienstag19.27534,7 %
Mittwoch18.48934,7 %
Donnerstag20.96531,2 %
Freitag19.44428,8 %

Die Wochenmitte gewinnt. Dienstag und Mittwoch liegen mit 34,7 % an der Spitze, während die Erreichbarkeit zum Freitag hin spürbar abfällt — auf nur noch 28,8 %. Das sind fast 6 Prozentpunkte Unterschied: Wer dienstags statt freitags telefoniert, führt bei gleicher Anrufzahl rund ein Fünftel mehr Gespräche.

Montag ist — anders als oft behauptet — kein schlechter Tag. Der vermeintliche „Montags-Effekt” zeigt sich in unseren Daten nicht.

Finding 2: Der Vormittag gehört Ihnen — das Mittagstief ist real

Noch deutlicher als beim Wochentag ist das Muster über den Tag:

UhrzeitConnect-Rate
09:00–10:0037,2 %
10:00–11:0035,1 %
11:00–12:0033,8 %
12:00–13:0024,7 %
13:00–14:0030,5 %
14:00–15:0032,6 %
15:00–16:0031,0 %

Die erste Stunde nach Arbeitsbeginn (9–10 Uhr) ist mit 37,2 % das produktivste Zeitfenster des Tages — und das bei hohem Anrufvolumen, die Zahl ist also belastbar. Danach sinkt die Erreichbarkeit langsam.

Das Mittagstief von 12 bis 13 Uhr ist eindeutig: Die Connect-Rate bricht auf 24,7 % ein — der schlechteste Wert des Arbeitstages. Wer in der Mittagspause Erstkontakte versucht, verschenkt rund ein Drittel seiner Gespräche gegenüber dem Vormittag. Am Nachmittag erholt sich die Erreichbarkeit, erreicht aber nie wieder das Vormittagsniveau.

Das beste und das schlechteste Zeitfenster

Kombiniert man Wochentag und Uhrzeit, wird der Effekt noch größer:

  • 🟢 Bestes Fenster: Dienstag/Mittwoch, 9–11 Uhr → 37,0 % Connect-Rate
  • 🔴 Schlechtestes Fenster: Freitag, 12–13 Uhr → 20,8 % Connect-Rate

Der Unterschied ist gewaltig: Im besten Zeitfenster erreichen Sie fast doppelt so viele Entscheider wie im schlechtesten. Bei 100 Anrufen sind das rund 37 statt 21 Gespräche — bei identischem Aufwand.

Was Sie daraus mitnehmen

  1. Legen Sie die wichtigsten Anrufe auf Dienstag- und Mittwochvormittag. Das ist Ihre Prime Time.
  2. Starten Sie früh. Die Stunde von 9 bis 10 Uhr ist Gold wert — bevor der Kalender Ihrer Zielperson voll ist.
  3. Meiden Sie die Mittagspause (12–13 Uhr) für Erstkontakte. Nutzen Sie die Zeit für Recherche, Nachfass-Mails oder Dokumentation.
  4. Schreiben Sie den Freitag nicht ab — aber priorisieren Sie ihn niedriger. Für Erstkontakte ist er der schwächste Tag.
  5. Konstanz schlägt Timing. Auch das beste Zeitfenster bringt nichts ohne Volumen: 37 % von null Anrufen sind null Gespräche. Die größten Effekte entstehen, wenn jemand jeden Tag zuverlässig in den richtigen Fenstern anruft.

Genau dieser letzte Punkt ist der Grund, warum sporadische Eigen-Akquise selten funktioniert: Sie braucht jemanden, der diszipliniert in der Prime Time anruft — Tag für Tag.

Wie wir bei LeadGenies damit arbeiten

Diese Auswertung ist kein Zufallsprodukt — sie entsteht, weil bei LeadGenies ein fest zugewiesener Caller jeden Tag in der Prime Time für unsere Kunden telefoniert und jeder Anruf sauber erfasst wird. So lässt sich Akquise steuern wie ein System statt wie ein Glücksspiel.

Wenn Sie überlegen, ob Sie ein eigenes Vertriebsteam aufbauen oder auslagern sollen, oder wissen wollen, welche Erfolgsquoten im B2B-Telemarketing realistisch sind: In unseren weiterführenden Artikeln gehen wir tiefer.

Und wenn Sie planbar mehr Termine wollen, ohne selbst zur richtigen Zeit zum Hörer greifen zu müssen — so funktioniert Kaltakquise mit LeadGenies.

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Louis Mickley
Geschäftsführer LeadGenies · Gründer einer KI-gestützten Kaltakquise-Plattform · Autor von Praxis-Beiträgen basierend auf 200.000+ analysierten B2B-Calls.
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